Gefühle für den Alltag 6

2015-04-11 16.45.41

Guten Abend,endlich…! Kurz nach Ostern sind sie aufgeblüht, meine Osterglocken, Tulpen und Traubenhyazinthen, auf die ich in den kalten Tagen gewartet habe. Jetzt blühen sie alle, während der große Kastanienbaum beginnt, seine Blätter auszubreiten.
Ich hoffe, Sie können das aktuelle Frühlingswetter so wie ich genießen!

Heute möchte ich einen Begriff erläutern, der meinen Traum von der vorigen Woche vielleicht verständlicher macht, die Kohärenz.

Der Begriff Kohärenz bedeutet Gleichklang/ miteinander schwingen, im EInvernehmen sein. Er wird im Zusammenhang mit Zuständen in unserem Gehirn verwendet. Kurz gesagt haben wir alle, je nach unseren Prägungen und Vorerfahrungen, Erwartungen an bestimmte Situationen. Werden diese Erwartungen nicht erfüllt, geraten wir in einen Zustand der Inkohärenz, der nicht lange anhalten darf, wenn wir nicht krank werden wollen. Je nachdem, wie gut es uns als Kindern gelungen ist, Sicherheit bietende Beziehungen aufzubauen, entwickeln wir mehr oder weniger gesunde Lösungsstrategien, um wieder in den Zustand der Kohärenz zu kommen.

Sehen Sie hier, wie Max Schupbach, neben Arnold Mindell Mit-Begründer der Prozessarbeit, diese Zustände für uns deutlich gemacht hat:

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Kohärenz bezeichnet Momente in Gruppen, wenn alle durch ein gemeinsames Erlebnis berührt sind. Für einen kleinen Moment können das alle spüren – bis sich dann wieder die Unterschiedlichkeiten zeigen. Diese beiden Zustände können blitzartig wechseln, und beides ist richtig: die Unterschiedlichkeit, und das Miteinander-Schwingen. Die Kunst ist, die Momente der Kohärenz überhaupt wahrzunehmen.Kohärenz ist der Moment, in dem für Sie die Welt in Ordnung ist. Etwas fühlt sich genau so, wie Sie es erleben, richtig an. Und da wir soziale Wesen sind, ist dieses Gefühl am stärksten, wenn wir es gemeinsam mit Anderen erleben.
Ebenso wichtig ist es, zu verstehen, dass wir alle, wie es das obere Bild zeigt, unterschiedlich sind. Gerald Hüther, der heute im Berliner Renaissance-Theater sein neues Buch „Etwas mehr Hirn, bitte“ vorgestellt hat, hat das mit diesen Worten beschrieben: „Was hätten wir für eine langweilige Welt, wenn wir alle gleich wären, das gleiche Gehirn hätten“!
Wenn es gelingt, diese Unterschiedlichkeit anzuerkennen, das Anderssein nicht zu bewerten, sondern sich durch Interesse und Austausch miteinander zu verständigen, können wir miteinander besser auskommen. Hüther plädiert dafür, in jedem Kontakt mit Anderen diese Offenheit zu zeigen – von der wir eigentlich alle wissen, dass wir uns diese Haltung von Anderen uns gegenüber wünschen…. Dass wir in unserer Unterschiedlichkeit angerkannt, gesehen werden – und mit dieser Haltung auch auf andere zugehen.
In seinem Buch erläutert Hüther, wie wir uns auf den Weg zu so einer Haltung machen können – ich kann denen, die sich für diese Zusammenhänge interessieren, dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Wenn Sie mögen, können Sie in der kommenden Woche auf Momente der Kohärenz achten. Das können Sie in einem Konzert erleben, oder wenn jemand Ihnen auf der Straße zulächelt, oder Ihnen am Arbeitsplatz eine Überraschung bereitet und Sie beide sich darüber freuen, oder wenn Sie sich von jemandem so, wie Sie sind, angenommen fühlen. Oder  … wie und wo, das wissen Sie besser als ich.

Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Woche, mit vielen kohärenten Momenten!

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