Berlin, 2. März 2015

2015-02-28 16.37.07

In meiner Arbeit als Coach und Trainerin fällt mir immer wieder auf, wie hilfreich es ist, neben dem Wissen über Gefühle immer wieder daran erinnert zu werden, was man im Alltag tun kann, um besser mit seinen eigenen Gefühlen umzugehen. Deshalb habe ich mich entschieden, für eine Weile wöchentlich etwas dazu beizutragen, dass Sie sich, wenn Sie mögen, an diese Dinge erinnern.

Als kleine Spielerei fotografiere ich jede Woche den winzigen Vorgarten meiner Praxis, um den beginnenden Frühling zu dokumentieren….

Nun geht’s los!

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass wir oft mehr als ein Gefühl im gleichen Moment empfinden? Beziehungsweise kurz nacheinander, je nachdem, wohin wir den Fokus unserer Aufmerksamkeit lenken?

Sie werden das erfahren haben, wenn Sie einen Gesprächspartner darum gebeten haben, sich ein Gefühlsmonster für ein aktuelles Gefühl auszuwählen. Meistens kommt dann die Frage: dürfen es auch zwei (oder mehr) sein?

Wenn Sie zum Beispiel eine unangenehme medizinische Untersuchung vor sich haben und sich vielleicht so fühlen Nervoes +ängstlich
und gleichzeitig dankbar sind, dass ein Arzt bei Ihnen ist, der Ihnen alles ganz in Ruhe erklärt und auf Ihre Fragen und Bedenken eingeht. Dann könnten Sie sich auch so Och das ist aber nett fühlen. Beides kurz hintereinander.

Wenn Sie sich später an diese Situation erinnern, können Sie den Fokus wählen:

Die Angst vor der Untersuchung oder

die Dankbarkeit für den umsichtigen, kompetenten Arzt.

Was heißt das für den Alltag? Genau: wir entscheiden über unsere Gefühle. Darüber, wie lange wir bei einem bestimmten Gefühl verweilen. Unsere Erwartungen spielen eine große Rolle, unsere bisherigen Erfahrungen, und, ob wir unsere Gefühle überhaupt bemerken. Wenn wir den Umgang mit Gefühlen schon von Kind auf trainieren, ähnlich, wie wir als Kinder lernen, uns regelmäßig die Zähne zu putzen, hat das eine große Auswirkung auf die spätere seelische Gesundheit…
Gleichzeitig ist es natürlich nie zu spät, unser Gehirn ist in jedem Lebensalter entwicklungsfähig! Dazu gleich eine klitzekleine Übung.

Für die Leseratten unter Ihnen ein paar Buchempfehlungen: Gerald Huether: Anleitung für ein menschliches Hirn — Rick Hanson/Richard Mendius: Das Gehirn eines Buddha — Barbara L. Fredrickson: die macht der guten gefühle — Vera Heim/Gabriele Lindemann: Auftanken im Alltag (kurz und knapp)

Hier die Übung: Nehmen Sie sich doch für diese Woche vor, angenehme Gefühle intensiver als sonst wahrzunehmen und eine ganze Minute dabei zu verweilen, diesem Gefühl nachzuspüren. Achten Sie auf das, was in Ihrem Körper passiert:

  • Wie fühlt sich das genau an, dieses angenehme Gefühl?
  • Wo im Körper verändet sich etwas?

Wenn Sie dies regelmässig praktizieren, werden Sie angenehme Gefühle immer schneller und leichter wahrnehmen.

Viel Freude damit!

Mit herzlichen Grüßen bis zur nächsten Woche,

Jutta Höch-Corona